Ich bin Annelise Simon, 16 Jahre alt und komme aus der Partnerstadt Saint-Aubin-lès-Elbeuf.
Um meine Deutschkenntnisse zu verbessern und noch mehr über die deutsche Kultur zu erfahren, wollte ich ein Praktikum in Deutschland absolvieren. Ich habe deshalb vier Wochen in der Verwaltung, und gleichzeitig in der Ferienbetreuung, die in der KGS angeboten wurde, verbracht. Ich bin eine Internatschülerin in Rouen, weil ich eine speziale Fachrichtung gewählt habe, die nur in Rouen für die ganze Region angeboten wird. Es handelt sich um eine AbiBac Klasse, dass heißt Abi, die Abkürzung für Abitur und Bac, die Abkürzung für Baccalauréat (französisches Abitur). Da lernen wir viel Deutsch, 11 Stunden pro Woche, um in der 12. Klasse beide Abschlusszeugnisse zu bekommen. Dann können wir entweder in Deutschland als Abiturienten oder in Frankreich als „bachelier“ studieren oder noch ein deutsch-französisches Studium absolvieren, wie es die Deutsch-Französische Hochschule anbietet. Nach den Sommerferien gehe ich in die 12. Klasse, deswegen wollte ich mich in Deutsch üben.
Ich habe schon vorher Erfahrungen mit Kindern gemacht und mache es sehr gerne, deswegen wurde mir angeboten, Kinder zu betreuen. Obwohl ich am ersten Tag ein bisschen Befürchtung hatte, dass die Kinder zu schnell sprechen würden, waren die Kinder super nett und haben sich Mühe gegeben, mich zu verstehen. So war es sehr angenehm, sie zu betreuen und sie haben mir auch viel Vokabular beigebracht, denn manchmal, wenn wir etwas bastelten, fragte ich „wie heißt dieses Ding?“. So habe ich sehr sehr viel gelernt, besonders Vokabular, das ich in Schule nicht lerne, wie basteln, schaukeln, hüpfen, kneten...
Die anderen Betreurinnen waren auch super nett und haben mir viel geholfen. Z.B. war ich sehr stolz, wenn ich „Tabu junior“ gespielt habe, weil ich dachte, dass es zu schwer für mich wäre! Dank der Ferienbetreuung habe ich auch viel Kulturelles gelernt. In Frankreich essen wir nämlich kein zweites Frühstück, oder die Grundschüler wurden zwischen 8-30 Uhr bis 16-30 Uhr unterrichtet, während sie hier Schulschluss um 13 Uhr haben. Das sind nur Beispiele von dem, was ich von den Kindern erfahren habe.
Vor meiner Reise fragte ich mich, ob ich die „BAFA“ nächstes Jahr machen werde, weil man Zeit dafür braucht. (BAFA, das ist das französische Zeugnis, das erlaubt, Kinder zu betreuen. Man kann das aber nur ab dem Alter von 17 Jahren machen.) Ich bin aber jetzt entschlossen, das zu machen! Außerdem habe ich auch in der Verwaltung gearbeitet, ich habe ein paar Übersetzungen gemacht und habe auch an ein paar Veranstaltungen teilgenommen, wie z.B. am Stadtparkfest in Hannover, weil dort die Stadt präsentiert wurde und beim Open-Air Musical „Der geheime Garten“, wo die Stadt im Rahmen der Gartenregion „Pattensen blüht auf!“ Blumensamen verteilt hat. Eine andere tolle Erfahrung war, die Blumen zu verteilen, weil ich wieder dachte, dass es zu schwer für mich wäre, denn wir mussten zu den Leuten gehen und die Blumensamen anbieten. Ich habe es versucht, und es hat geklappt! Ich konnte nur sagen „Das ist zum pflanzen“, weil ich das Wort „Samen“ nicht kannte, aber die Leute waren sehr nett und haben mich verstanden!
Durch diese Arbeit bei der Veranstaltung habe ich auch einige Berufe kennen gelernt, und so kann ich mir auch besser vorstellen, wie ein Arbeitstag abläuft. Schließlich waren diese vier Wochen eine tolle Erfahrung. Ich habe sehr viel gelernt, viel Sprachliches und Kulturelles und noch Dinge über mich. Ich meine, dass ich gelernt habe, über mich hinaus zu gehen. Ich habe nämlich viele Male Dinge gemacht oder gesagt, die ich mir vorher nicht zugetraut hatte. Diese vier Wochen haben mir sehr viele Kenntnisse gebracht, aber auch Spaß.
Zum Schluss möchte ich allen, die mir geholfen haben, danken. Es handelt sich um sehr viele Leute, meine Gastfamilie, den Bürgermeister, die „Kolleginnen“ im Rathaus, die anderen Betreuerinnen, die Kinder und auch alle Leute, die sich Mühe gegeben haben, mich zu verstehen! Jetzt habe ich zwei Wünsche: noch mehr Deutsch lernen, um besser sprechen zu können und weiter Kinder betreuen zu können.